{"id":812,"date":"2025-12-18T23:56:17","date_gmt":"2025-12-18T22:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/?p=812"},"modified":"2025-12-18T23:56:17","modified_gmt":"2025-12-18T22:56:17","slug":"flugblaetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/flugblaetter\/","title":{"rendered":"Revolte auf Papier: Flugbl\u00e4tter als Stimme des Umbruchs an der Uni Oldenburg"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong>Einleitung <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>\u201eRevolte auf Papier\u201c \u2013 dieser Ausdruck fasst ein St\u00fcck Universit\u00e4tsgeschichte zusammen, das heute leicht \u00fcbersehen wird. Zwischen Mensa und H\u00f6rsaal, zwischen Zigarettenrauch und hektischen Diskussionen flatterten Ende der 1980er Jahre kleine Bl\u00e4tter durch die G\u00e4nge der Universit\u00e4t Oldenburg. Es waren keine Werbezettel oder Terminank\u00fcndigungen im klassischen Sinn, sondern politische Statements, Aufrufe und Polemiken: Flugbl\u00e4tter. W\u00e4hrend drau\u00dfen die Mauer fiel, Staaten zusammenbrachen und sich die deutsche Gesellschaft neu ordnete, wurden die Flugbl\u00e4tter zum Sprachrohr einer Studierendenschaft, die mitten im Umbruch stand. Wer heute die von 1974 bis 1998 reichende Flugblattsammlung Havekost (Signatur: UniA OL, 29201) des Universit\u00e4tsarchivs durchsieht, entdeckt eine einzigartige Momentaufnahme: Auf Papier geronnene Emotionen, Ideen, \u00c4ngste und Hoffnungen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_846\" aria-describedby=\"caption-attachment-846\" style=\"width: 212px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-846\" src=\"https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-212x300.jpg 212w, https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-724x1024.jpg 724w, https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-768x1087.jpg 768w, https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-1085x1536.jpg 1085w, https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-1447x2048.jpg 1447w, https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-1568x2219.jpg 1568w, https:\/\/blog.bis.uni-oldenburg.de\/uniarchiv\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-12-16-1334_S1-scaled.jpg 1809w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-846\" class=\"wp-caption-text\">UniA OL 29201<\/figcaption><\/figure>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Hintergrund: Was war los an der Uni Oldenburg 1989 bis 1991? <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Jahre 1989 bis 1991 waren von historischen Z\u00e4suren gepr\u00e4gt: die friedlichen Revolutionen in Osteuropa, der Fall der Berliner Mauer und die deutsche Wiedervereinigung. Diese Ereignisse machten auch vor den Hochschulen nicht Halt. In Oldenburg reagierten Studierende, Fachschaften und Hochschulgruppen unmittelbar. Die Universit\u00e4t wurde zum Diskussionsraum \u00fcber die Zukunft Deutschlands und Europas, aber auch \u00fcber die eigene Rolle als kritische Intellektuelle. Dabei trafen globale Fragen auf lokale Konflikte: Wie sollte mit den Schatten des Nationalsozialismus umgegangen werden? Welche Konsequenzen hatte die westdeutsche Dominanz im Vereinigungsprozess? Welche Chancen und Gefahren barg der gesellschaftliche Wandel f\u00fcr alternative Lebensentw\u00fcrfe?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Oldenburger Flugbl\u00e4tter sind damit weit mehr als blo\u00dfe Infozettel. Sie bezeugen, dass die Universit\u00e4t nicht nur Lehranstalt, sondern auch Ort politischer Auseinandersetzung und gelebter Gegenkultur war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Zur Methodik<\/u>:<\/p>\n<p>Unser methodisches Vorgehen war darauf angelegt, die Flugbl\u00e4tter nicht nur zu sammeln und zu katalogisieren, sondern ihre kommunikativen, argumentativen und visuellen Strategien systematisch zu erschlie\u00dfen. Die methodische Grundentscheidung, ausschlie\u00dflich qualitativ hermeneutisch zu arbeiten, ergab sich aus zwei \u00dcberlegungen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Flugbl\u00e4tter sind kurz, oft polemisch und kontextgebunden \u2014 ihr Sinn muss im Text-Bild-Kontext rekonstruiert werden;<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>wir wollten hinter den Aussagen die zugrundeliegenden Deutungsmuster, Argumentationsstr\u00e4nge und rhetorischen Techniken freilegen, nicht lediglich H\u00e4ufigkeiten messen. Wir verfolgten ein purposives Sampling: innerhalb der Gesamtbest\u00e4nde w\u00e4hlten wir gezielt Material aus, das thematisch relevant und inhaltlich vielf\u00e4ltig war (verschiedene Autor:innengruppen, unterschiedliche Formate und grafische Auspr\u00e4gungen). Zur Sicherung der Vielfalt achteten wir auf Repr\u00e4sentation von AStA, Fachschaften, linken und konservativen Hochschulgruppen sowie individuellen Initiativen. Alle relevanten Flugbl\u00e4tter wurden im Lesesaal des Universit\u00e4tsarchivs eingesehen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Kontextualisierung der Arbeit<\/u>:<\/p>\n<p>Die Forschung wurde im Rahmen einer Projektf\u00f6rderung durch das Team forschen@studiums durchgef\u00fchrt. Durch einen gemeinsamen Freund, der bereits eine entsprechende F\u00f6rderung erhalten hatte, wurden wir auf diese M\u00f6glichkeit aufmerksam. Im Rahmen der Themensuche stie\u00dfen wir auf das Universit\u00e4tsarchiv. Die dort gewonnenen Informationen stellten bedeutende Erkenntnisse f\u00fcr die Ausarbeitung unseres finalen Themas dar. Nachdem wir eine begleitende Dozentin gefunden hatten, konnten wir uns bewerben und wurden im Oktober 2024 an der Universit\u00e4t eingestellt. Der Bewilligungszeitraum der F\u00f6rderung entsprach dem Zeitraum, in dem unsere Forschung stattfand. Er reichte von Oktober 2023 bis Juni 2024. Die Pr\u00e4sentation unserer Ergebnisse erfolgte im Rahmen einer Poster-Session an der Universit\u00e4t. Dies geschah im Rahmen der 10. Konferenz f\u00fcr studentische Forschung. Der Zugang zum Universit\u00e4tsarchiv gestaltete sich reibungslos, und die Kommunikation mit den Verantwortlichen war positiv und gut strukturiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Arbeit mit Studium vereint<\/u>:<\/p>\n<p>Die Arbeit mit den Flugbl\u00e4ttern war erstaunlich gut in unseren Universit\u00e4ts-Alltag zu integrieren \u2013 wenn auch nicht immer ohne gewisse Verrenkungen. Vormittags sa\u00dfen wir wie alle anderen brav in Seminaren zu Literaturtheorie oder Zeitgeschichte, nachmittags verschwanden wir ins Universit\u00e4tsarchiv und tauchten in die grell bedruckten Bl\u00e4tter von 1989 ein. Der \u00dcbergang war manchmal fast komisch: W\u00e4hrend im Seminar endlos \u00fcber \u201eDiskursanalyse nach Foucault\u201c diskutiert wurde, hielten wir wenige Stunden sp\u00e4ter tats\u00e4chlich Originalquellen in den H\u00e4nden, die genau nach solchen Mustern schrien. Theorie und Praxis lagen pl\u00f6tzlich auf demselben Tisch. Praktisch war, dass vieles parallel zu unseren Lehrveranstaltungen lief.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Flugbl\u00e4tter als politische Ausdrucksform <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Flugblatt ist ein schon lange genutztes und etabliertes Medium der Revolte: schnell produziert, billig, direkt. In Oldenburg erlebte es in den Jahren um 1990 eine Renaissance. Es war das Medium der Wahl, wenn es darum ging, Meinungen zu verbreiten, Proteste zu organisieren oder Debatten anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Unterschied zu offiziellen Verlautbarungen des AStA oder der Universit\u00e4tsleitung zeichneten sich Flugbl\u00e4tter durch Spontaneit\u00e4t und Subjektivit\u00e4t aus. Sie waren Momentaufnahmen, oft emotional, manchmal polemisch, immer aber getragen vom Wunsch nach Teilhabe und Widerspruch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Ihre Funktion war dreifach<\/u>:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Informieren<\/strong> \u2013 \u00fcber politische Entwicklungen, geplante Demonstrationen oder kulturelle Veranstaltungen.<\/li>\n<li><strong>Mobilisieren<\/strong> \u2013 durch Aufrufe zu Streiks, Demos oder Versammlungen.<\/li>\n<li><strong>Positionieren<\/strong> \u2013 im Spannungsfeld von Wiedervereinigung, Antifaschismus, Genderfragen und alternativen Lebensstilen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben klassischen Texten fanden sich auch \u00e4sthetische Elemente: Collagen, satirische Zeichnungen, ironische \u00dcberschriften. So verbanden die Flugbl\u00e4tter Politik und Kunst zu einer Protestkultur, die weit \u00fcber reine Information hinausging.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Themen und Konflikte in den Flugbl\u00e4ttern <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein Blick in die Oldenburger Sammlung zeigt eine erstaunliche Bandbreite an Themen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Antifaschismus<\/strong>: Viele Flugbl\u00e4tter warnten vor dem Wiedererstarken nationalistischer und faschistischer Tendenzen. In Zeiten, in denen die Wiedervereinigung von manchen mit einem neuen deutschen Nationalstolz verbunden wurde, wollten die Studierenden ein klares Gegensignal setzen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kritik an westdeutscher Dominanz<\/strong>: Der Einigungsprozess wurde h\u00e4ufig als \u201e\u00dcbernahme\u201c der DDR durch die BRD empfunden. Oldenburger Studierende solidarisierten sich mit B\u00fcrgerbewegungen in Ostdeutschland und kritisierten die Marginalisierung ihrer Stimmen im Vereinigungsprozess.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Soziale und kulturelle Anliegen<\/strong>: \u00dcber die gro\u00dfen politischen Fragen hinaus besch\u00e4ftigten sich die Flugbl\u00e4tter auch mit Themen wie Gender, Sexualit\u00e4t, alternativen Lebensformen und Diversit\u00e4t. Auff\u00e4llig ist, dass diese Themen schon damals sehr pr\u00e4sent waren \u2013 lange bevor sie im \u00f6ffentlichen Diskurs breitere Aufmerksamkeit fanden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kulturelle Protestformen<\/strong>: Neben politischen Parolen boten die Flugbl\u00e4tter Einladungen zu Lesungen, Filmabenden oder Infoveranstaltungen. Kultur wurde als Mittel des Widerstands verstanden, als Raum, in dem Politik und Kreativit\u00e4t zusammenfanden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Universit\u00e4re Konflikte<\/strong>: Auch hochschulinterne Fragen spielten eine Rolle \u2013 von Studienbedingungen bis hin zu Machtverh\u00e4ltnissen innerhalb der Universit\u00e4t. Das Flugblatt diente hier als Ventil und Forum f\u00fcr Kritik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Insgesamt spiegeln die Flugbl\u00e4tter eine Generation, die sich nicht auf die Rolle von Beobachtenden beschr\u00e4nken wollte, sondern aktiv eingriff \u2013 auf der Stra\u00dfe ebenso wie im Seminar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong> Die Sprache der Flugbl\u00e4tter <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wer die Flugbl\u00e4tter liest, begegnet einer Sprache, die klar, direkt und k\u00e4mpferisch ist. Sie will nicht neutral informieren, sondern bewegen. Schlagworte, Ausrufezeichen, Polemik \u2013 all das geh\u00f6rte zum Repertoire. H\u00e4ufig war die Sprache emotional, manchmal auch provokativ.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigt sich eine bemerkenswerte Kreativit\u00e4t: Wortspiele, ironische \u00dcberschriften, satirische \u00dcbertreibungen. Die Flugbl\u00e4tter waren nicht nur politische Statements, sondern auch kleine Kunstwerke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besonders spannend ist der Bruch zwischen inhaltlicher Schwere und spielerischer Form: Aufrufe gegen faschistische Str\u00f6mungen standen neben Comic-Zeichnungen, Kritik an gesellschaftlichen Strukturen wurde in humorvolle Metaphern verpackt. Diese Mischung verlieh den Texten Schlagkraft und machte sie anschlussf\u00e4hig f\u00fcr eine breite Studierendenschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sprache der Flugbl\u00e4tter war damit ein Ausdrucksmittel eigener Art: weder akademisch verklausuliert noch journalistisch glatt, sondern roh, ehrlich, manchmal \u00fcberzogen \u2013 aber immer mit einem Ziel: Aufmerksamkeit zu erzeugen und zum Handeln zu bewegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong> Was bleibt? R\u00fcckblick und Einordnung <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Heute, mehr als 30 Jahre sp\u00e4ter, sind die Oldenburger Flugbl\u00e4tter historische Dokumente. Sie geben Einblicke in die politische Kultur einer Gesellschaft im Umbruch, in die Stimmungen und Konflikte einer Generation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Aus wissenschaftlicher Perspektive zeigen sie<\/u>:<\/p>\n<p><strong>Flugbl\u00e4tter als Quellen<\/strong>: Sie sind subjektiv, emotional und nicht repr\u00e4sentativ \u2013 gerade darin liegt aber ihr Wert. Sie dokumentieren nicht nur Argumente, sondern auch Gef\u00fchle und Denkweisen der damaligen Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Universit\u00e4t als Gegenkultur<\/strong>: Die Universit\u00e4t war nicht nur Ort des Lernens, sondern auch B\u00fchne f\u00fcr Protest, f\u00fcr kreative und politische Selbstentfaltung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mobilisierungsstrategien<\/strong>: Die Flugbl\u00e4tter belegen, wie eng Politik und Kultur miteinander verkn\u00fcpft waren. Von Demonstrationen bis zu Filmabenden reichte das Spektrum der Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Offene Fragen<\/strong>: Welche Wirkung hatten die Flugbl\u00e4tter tats\u00e4chlich? Wer las sie, wer lie\u00df sich mobilisieren? Diese Stimmen fehlen weitgehend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Flugblattsammlung Havekost im Universit\u00e4tsarchiv ist heute nicht nur ein Forschungsobjekt, sondern auch ein kulturelles Erbe. Sie erinnert daran, wie lebendig, kontrovers und kreativ studentisches Engagement sein konnte \u2013 und kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong> Fazit <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die in den Jahren 1989 bis 1991 an der Universit\u00e4t Oldenburg entstandenen Flugbl\u00e4tter sind mehr als Papier. Sie sind Ausdruck einer Revolte, die die Umbr\u00fcche jener Zeit aufgriff, kommentierte und in eigene Formen goss. Sie zeigen, dass politische Beteiligung nicht nur in Parlamenten oder auf gro\u00dfen B\u00fchnen stattfindet, sondern auch zwischen Kopierer und Pinnwand, zwischen Mensa und H\u00f6rsaal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der digitale Medien den Ton angeben, erinnern die Flugbl\u00e4tter daran, wie kraftvoll gedruckte Worte sein k\u00f6nnen \u2013 gerade, wenn sie mit Leidenschaft geschrieben und mit \u00dcberzeugung verteilt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u201eRevolte auf Papier\u201c war eine Stimme des Umbruchs \u2013 laut, widerspr\u00fcchlich, kreativ. Sie bleibt ein wichtiger Teil der Oldenburger Universit\u00e4tsgeschichte und ein Beispiel daf\u00fcr, wie Studierende in Zeiten des Wandels nicht schweigen, sondern handeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung \u201eRevolte auf Papier\u201c \u2013 dieser Ausdruck fasst ein St\u00fcck Universit\u00e4tsgeschichte zusammen, das heute leicht \u00fcbersehen wird. 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