Wer Geschichte studiert kommt nicht um hin, sich auch mit der Geschichte der eigenen Hochschule auseinanderzusetzen. Auch wenn die Universität Oldenburg nicht bis zurück ins Mittelalter reicht, so bietet die mittlerweile über 50-jährige Geschichte dieser Institution reichlich Stoff zur Erforschung der Vergangenheit.
Zuständig für die Archivierung dieser Geschichte sind in Deutschland die Hochschularchive. Ein solches findet sich auch an der Universität Oldenburg. Wer sich hier auf die Suche begibt, stößt unter anderem auf unzählige Personalakten. Bei einem genaueren Blick findet man aber echte Schätze, die meist noch wenig Beachtung in der Forschung erfahren haben.
Ein gutes Beispiel dafür stellen die sogenannten Berufsverbote dar, welche auf den „Radikalenerlass“ von 1972 zurückgehen. Der Erlass sah vor, dass Mitglieder sogenannter verfassungsfeindlicher, aber nicht verbotener Parteien vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen werden sollten. So kam es an der Universität Oldenburg beispielsweise zu Vorermittlungen für ein Disziplinarverfahren gegen Dr. Heike Fleßner, damals Studienleiterin, aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Wer zu diesem oder ähnlichen Fällen forschen möchte, findet reichhaltige Dokumente im Bestand des Universitätsarchivs.
Um einen Überblick zu bekommen, führt der erste Schritt auf die Website Arcinsys. Das Archivinformationssystem der Länder Niedersachsen und Bremen bietet einen systematischen Überblick über die Archivbestände der beiden Länder und teilweise auch unmittelbaren Zugang zu Digitalisaten.
Für das Universitätsarchiv Oldenburg lassen sich dort – hauptsächlich aufgrund von Datenschutzbestimmungen – bislang kaum Digitalisate finden. Dennoch gibt es in Arcinsys Angaben zu den jeweiligen Dokumenten und deren Aufbewahrungsort.
Bleiben wir bei unserem Beispiel der Berufsverbote, so schauen wir unter Hochschularchiven nach dem Universitätsarchiv Oldenburg, folgen über den Navigator den Reitern Universität Oldenburg, Referate/Stabsstellen des Präsidiums; Presse & Kommunikation; Hochschulpolitisches Archiv, und finden: Dokumentationen zur Universität Oldenburg, Band 1. Hier bekommen wir über die Detailseite einen Überblick darüber, was in dieser Akte zu finden ist und wo sie aufbewahrt wird.

Dieser Weg entspricht nicht mehr den heute durch Suchmaschinen geprägten Recherchestrategien, bildet aber das für Archive zentrale Provenienzprinzip ab. So braucht man ein paar Minuten, um sich zurechtzufinden. Weiß man in etwa, was man sucht, so empfiehlt sich die Schlagwortsuche. Hier kann man direkt Begriffe wie „Berufsverbot“ oder „Radikalenerlass“ eingeben.
Hier lassen sich zwar noch keine frei zugänglichen Digitalisate finden; wer aber mit den Unterlagen arbeiten möchte, kann eine Anfrage an das Universitätsarchiv stellen und einen Termin vereinbaren. Kontaktdaten finden sich auf der Startseite des Universitätsarchivs:
https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=a176