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Von 0 auf 35 – Strategien zur Gewinnung von Vor- und Nachlässen im Universitätsarchiv Oldenburg

Was macht man, wenn man als neugegründetes Universitätsarchiv von Kolleginnen und Kollegen hört, dass es bei ihnen kein aktives Einwerben von Vor- und Nachlässen gibt, da man als Institution in einschlägigen Kreisen bekannt ist und geschätzt wird und genug Angebote erhält? Dann kann man entweder abwarten und auf Anrufe oder E-Mails hoffen oder einfach ausprobieren, welche Strategien überzeugend genug sind, um sich als guter Bewahrungsort zu qualifizieren.

Bis zum heutigen Tag hat sich gezeigt, dass es in Oldenburg nicht einen Erfolgsweg gibt. Vielmehr ist es das Zusammenspiel vieler Wege, das uns innerhalb von knapp fünf Jahren die Möglichkeit gegeben hat, 35 Abgaben zu übernehmen.

verschiedene Abgaben
Verschiedene Abgaben. Fotos: Team des Universitätsarchivs

Die Bandbreite ist weit. Da wären zum Beispiel:

  1. die postalische Ansprache über einen Ehemaligenverteiler der Universität
  2. der Versand eines eigenen Flyers an kurz vor der Emeritierung stehende Professorinnen und Professoren[1]
  3. die Nachfrage über vorhandene E-Mail-Verteiler einzelner Institute
  4. die Vermittlung durch ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität, die in Schlüsselpositionen tätig waren und die bereits von der Wichtigkeit der Archivarbeit überzeugt sind
  5. oder das Anschreiben von Erben
  6. ein Objektaufruf in der Presse zum 50-jährigen Jubiläum der Universität
  7. und nicht zuletzt durch Projektarbeit wie das Oral-History-Vorhaben „Erinnerte Oldenburger Universitätsgeschichte“[2].

Und wenn am Anfang kurzzeitig die Gefahr existierte, allzu einseitig zu überliefern (Unterstützungsangebot eines Professors zur Werbung bei allen noch lebenden Kolleginnen und Kollegen), sind zum jetzigen Zeitpunkt Personen aus verschiedenen Statusgruppen und aus zahlreichen Fachgebieten in der Bestandsgruppe 28200 vertreten. Und weitere Materialien haben sich erfreulicherweise angekündigt, sodass den Benutzern in Zukunft abwechslungsreiche Quellen zur Einsichtnahme zur Verfügung stehen werden, auch wenn viele Abgaben noch den gesetzlichen Schutzfristen unterliegen.

[1] https://uol.de/fileadmin/bis/2015/universitaetsarchiv/dokumente/Uniarchiv_Emeriti_03_2022.pdf?v=1648647229

[2] https://uol.de/uni-archiv/erinnerte-oldenburger-universitaetsgeschichte

Autorenschaft: Kirsten Sturm