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Neue Dauerausstellung des Stadtmuseums zeigt Objekte zur Oldenburger Universitätsgeschichte

Wie hier im Blog berichtet (Universitätsarchiv übergibt Objekte zur Oldenburger Universitätsgeschichte für neue Dauerausstellung ans Stadtmuseum – Blog des Universitätsarchivs Oldenburg), konnte das Universitätsarchiv (UniA) im Sommer 2025 zwei seiner mehrdimensionalen Objekte als Dauerleihgaben an das damals noch im Bau befindliche Stadtmuseum Oldenburg (SMO) übergeben. Seit Anfang Juni 2026 sind die Tore des SMO nun wieder geöffnet und die Besuchenden erwartet eine neu konzipierte Dauerausstellung zur hiesigen Stadtgeschichte. Wie unsere Objekte dort präsentiert und kontextualisiert sind, wurde im UniA mit Spannung erwartet.

Nachdem die Objekte zuvor im UniA lediglich verwahrt und bei Archivführungen im provisorischen Rahmen gezeigt wurden, haben sie im SMO eine ansprechend repräsentative Darstellung gefunden. Beide Objekte sind nun als das sichtbar, was sie tatsächlich sind: herausragende Zeugnisse der frühen Oldenburger Universitätsgeschichte, die stellvertretend für verschiedene zentrale Entwicklungsprozesse der Hochschule stehen.

Foto: Gunnar Zimmermann

Der rund 13 Kilogramm schwere goldene Schlüssel sollte 1984 als traditionelles Symbol für die Übergabe eines Bauwerkes an den Bauherrn bei der offiziellen Einweihung des naturwissenschaftlichen Campus in Wechloy überreicht werden. Aufgrund studentischer Proteste gegen den anwesenden Niedersächsischen Wissenschaftsminister kam es dazu aber nicht – die Veranstaltung wurde vorzeitig abgebrochen.

Foto: Gunnar Zimmermann

Der braune Plastikkoffer stammt von Klaus Brake, der von 1974 bis 2005 als Professor für Stadt- und Regionalforschung in Oldenburg lehrte. Ganz abgesehen davon, dass allein seine Materialität als ein Anti-Establishment-Statement interpretiert werden kann, verweisen die Aufkleber auf wichtige Themen der Anfangsphase der hiesigen Universitätsentwicklung. Der gelbe Sticker oben links bezieht sich auf den bis 1991 andauernden Streit um die Benennung der Universität nach dem Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky. Der orangene Aufkleber auf der rechten Seite entstand anlässlich der Oldenburger Fahrraddemonstration von 1976, bei der rund 1.100 Universitätsangehörige aus Protest gegen den angekündigten Sparkurs der neuen CDU-Landesregierung in vier Tagen in die Landeshauptstadt Hannover radelten. Die beiden blauen Sticker zeigen die inzwischen ikonische Friedenstaube. Sie stehen für die damals bei Studierenden und vielen Bürgern vorhandenen Sorgen wegen der Wiederaufrüstungsbemühungen in der Bundesrepublik, die im Kontext des Wettrüstens im Systemkonflikt zwischen West und Ost standen.

Autorenschaft: Gunnar B. Zimmermann

Leitung Universitätsarchiv Oldenburg